Zum Kirchenjahr

Geistliche Impulse zu den Sonntagen im Kirchenjahr

 

Es ist Sonntag!

 

 

        Ich erinnere mich:

       Ich staune über deine Größe.

       Sie hebt mich empor aus aller Enge.

       Sie lässt mich Freiheit und Weite atmen.

       Ich spüre: Gott, Du bist allen Lobes würdig!

 

 

 

Verklärung

    Im Rückblick  sind wir versucht, zu verklären die Zeiten,
    wie toll sie waren –obwohl uns damals alle Klarheit fehlte.

    Im Heute beklagen wir die Undurchsichtigkeit des Lebens,
    wünschen uns Klarheit im Ja oder Nein.
    Das „Jein“ bestimmt das Denken und Handeln,
    lässt alle Türen offen zum Sein.

    Wie gut die Stimme, die rief aus der Wolke:
  
  „Das ist mein Sohn, erwählt und geliebt,
    auf ihn sollt ihr hören, mein Geist ruht auf ihm“.

    Gott schafft Klarheit im Wirrwarr der Stimmen,
    er spricht durch den, der leiden wird.
    Sein Wort bewegt, verändert, bewirkt:
    Verklärung ist möglich im Leben mit Gott!



Marijan Dadic, Verklärung

 

Heimkehr

    Der Sohn kehrt zurück, zurück zum Vater.
   Rückkehr ist noch nicht Heimkehr.
   Heimkehr wird erst möglich,
   weil der Vater auf den Rückkehrenden zugeht,
   ohne Vorbedingungen,
mit grenzenloser Liebe.

   Nur die Heimkehr führt in die Heimat.
   Erst in der Heimat werden die Sehnsüchte des Menschen erfüllt.
   Die Bibel sagt: „Unsere Heimat ist im Himmel“!


Rembrandt, Heimkehr des vcerlorenen Sohnes

 

Ein Tag, den Gott gemacht hat

   
   
„Das ist der Tag, den der Herr gemacht hat,
   
lasst uns jubeln und seiner uns freuen, Halleluja“!

    Gott sei Dank, endlich ein Tag, den nicht wir gemacht haben:
    Wir haben den Muttertag gemacht, den Tag der Arbeit,
    den Tag des Baumes…
    den Ostertag aber, den hat Gott gemacht!


     Am Ostertag zerbrach Christus die Ketten des Todes,
    stieg als Sieger aus der Tiefe empor,
    wurde von seinem Vater auferweckt:

     Deshalb:
    Lasst uns Festmahl halten in Freuden
    denn Christus, unser Herr, hat uns die Zukunft eröffnet!



Thomas Denny (1960),
Auferstehung
 

 

Ostern - Aufstand gegen das Gedachte

  wir haben alles durchgedacht
  wir sind auf dem karussell unserer
  logik wahnsinnig geworden
  wir sind auf dem karusell unserer
  logik nicht von der stelle gekommen
  immer im kreis
  immer in uns selbst
  immer nur denken
  immer gedacht bis an die grenze
  des denkbaren
  ostern ist denken übers denken
  hinaus
  ostern ist der aufstand gegen
  das bloß gedachte
  ostern ist
  absprung vom karusell tod
Foto privat                                                       Wilhelm Willms


Ein Fest für Gott und Mensch

Reinhard Moser, Christi Hiummelfahrt


    Zum erstenmal geschieht es,
    dass ein Mensch mit Leib und Seele - ganz - bei Gott an­gekommen ist. 
    Das ist die Perspektive für uns:
    Der Mensch Jesus ist bei Gott angekommen, "in den Himmel gekommen". 

    Erinnern wir uns an sein Wort:
    "Wenn ich von der Erde erhöht bin, werde ich alle zu mir ziehen". 

    Die Kirche betet an diesem Fest:
    „In der Himmelfahrt deines Sohnes hast du den Menschen erhöht“:
    Es geht also um beide:
    Um Christus und um uns Menschen! 

    Deshalb ist "Christi Himmelfahrt“ das Zukunftsfest des Menschen:
   
Alle werden Zukunft haben, die an den Sohn glauben; er wird sie alle an sich ziehen.

Wir brauchen dazu keine Kartenleger, wir brauchen das Fest "Christi Himmelfahrt"!
Der "Vatertag" wird es nicht schaffen, die Frage nach unserer Zukunft zu beantworten:
Da muss man schon das Fest "Christi Himmelfahrt" befragen.

 

Pfingsten entgegen - der Wahrheit entgegen

Am Pfingstsonntag geht die Osterzeit zu Ende. Was bleibt übrig von der 50- tägigen Osterfeier ?
Jesus hat gesagt, was übrigbleibt:
„Ich werde euch vom Vater aus den Geist der Wahrheit senden".

Das bleibt von Ostern: Der Geist der Wahrheit!
Er sagt was über Gott aus und er sagt was über den Menschen aus:

    Pfingsten offenbart die Wahrheit über Gott:
   Gottes Geist ist stärker als die vielen Ungeister der Menschen.

   Pfingsten offenbart auch die Wahrheit über den Menschen:
   Der Geist der Wahrheit entlarvt die Unwahrheit der Menschen.

   Jeder, der sagt, er brauche Gott nicht, der lügt.
   Denn er hat vergessen, dass auch er nur leben kann,
   weil Gott ihn am Leben erhält.
   „In ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir“, sagt die Bibel.

   Es gibt Eigenschaften, die man nicht kaufen kann:
   Versöhnung, Mut, Gerechtigkeit, Offenheit, Hoffnung, Vertrauen,
   Liebe, Sehnsucht: Sie sind Gaben Gottes, des Hl. Geistes.

  
Und jeder Mensch braucht diese Gaben und er lebt auch davon,

ob er das weiß oder nicht. Denn ohne den Geist der Wahrheit wären wir zu keiner Unterscheidung fähig,
zu keiner Erkenntnis von Gut und Bös und zu keiner Erkenntnis von Gott und Mensch.

 

"Für wen halten mich die Menschen?" (Mk 8,27)

Mosaik Christus Pantokrator -
Kathedrale Céfalu, Sizilien