St.Anthony Kinderdorf

                                  

                            Ndola Zambia Zusammenfassung des Berichtes 2016 über das St. Anthony Kinderdorf

 

Im Januar hat uns Schwester Lucia den Jahresbericht des Saint-Anthony-Kinderdorfes für 2016 zugesandt. Eine Zusammenfassung der wichtigsten Passagen teilen wir hier mit.

Gleich zu Beginn der Einführung wird betont, dass die Einrichtung den Pfarreien im Pastoralen Raum Hadamar dankbar ist für die Unterstützung der Aktivitäten im Kinderdorf, besonders für die Bezahlung des Physiotherapeuten. Das Kinderdorf beherbergt Kinder - mit und ohne Behinderung - deren familiäre Situation schwierig ist.

 

 

        

 

Es unterhält eine eigene Vorschule, die seit Mai auch von Kindern aus der Umgebung besucht werden kann. „Das Kinderdorf versucht, eine eigene Physiotherapieabteilung für Kinder mit speziellen Bedürfnissen aufzubauen. Von den empfangenen Mitteln konnten eine hölzerne Treppe und ein provisorischer Stand angefertigt werden.

 

                                                                                                             

 

Eine Familie aus dem Pastoralen Raum Hadamar wird eine spezielle Übungsliege für die Kinder sponsern. Unterstützer in Deutschland suchen weiter nach möglichen Geräten. Es ist schwierig, die Spezialgeräte zu beschaffen, die für die Arbeit mit diesen Kindern gebraucht werden. Auch sind Physiotherapeuten nicht unbedingt geneigt, mit diesen Kindern zu arbeiten, da sich Resultate der Behandlung nur langsam zeigen.

Die Abteilung für Kinder und Jugendliche mit Behinderung muss erweitert werden, um die Kinder und das physiotherapeutische Gerät aufnehmen zu können und gleichzeitig genügend Platz zu haben, die Übungen mit den Kindern durchzuführen.

Im Fall, dass wir mehr physiotherapeutische Gerätschafte bekommen, wird der gesamte Raum der Einrichtung belegt sein. Wir sind dankbar über die Unterstützer, die uns bei der Errichtung der Gymnastikhalle helfen, die zur Zeit bis auf Fensterhöhe errichtet ist. Der Gymnastikraum ist an die Abteilung angegliedert, so dass der Bereich, in dem die Kinder leben von der Physiotherapie Abteilung getrennt ist.

Das Kinderdorf ist dankbar für die gesamte Unterstützung, die wir für die Kinder in der Abteilung erhalten.“ In 2016 nahm das Kinderdorf 17 Kinder mit unterschiedlichen Problematiken auf: behinderte Kinder, Kinder von geistig behinderten Eltern, Kinder von Alkoholikern, Kinder mit Verdacht auf Kindesmissbrauch und ausgesetzte Kinder.

      

Da die Armut hoch ist, werden manche Kinder einfach auf der Straße oder auf dem Markt ausgesetzt und werden von der Polizei oder der Sozialhilfe in das Kinderdorf gebracht. Im Oktober kam ein dreimonate altes Mädchen ins Kinderdorf, das von ihrer 15-jährigen Mutter verlassen wurde. Diese wurde von der Polizei festgenommen, und der Fall wird nun vor Gericht behandelt.

Ebenfalls im Oktober wurde eine 15-jährige Epileptikerin im Kinderdorf aufgenommen. Das Mädchen aus der Ostprovinz von Sambia wurde von Unbekannten nach Ndola gebracht, angeblich um hier als Haushaltshilfe zu arbeiten. An der Zentralen Busstation wurde es dann verlassen. Möglicherweise liegt hier ein Fall von Menschenhandel vor. 

Im November kam ein 3 Wochen altes Baby ins Kinderdorf. Die Mutter war Alkoholikerin und vernachlässigte ihr Baby total. Es erhielt keinerlei Pflege und war bei seiner Aufnahme bereits so krank und schwach, dass es sich trotz medizinischer Behandlung nicht erholte und mit 10 Wochen starb. 21 Kinder zogen in andere Einrichtungen um, mit denen das Kinderdorf zusammenarbeitet. 8 Kinder kehrten zu ihren Familien zurück.

Wenn z.B. die Mutter im Teenageralter schwanger wurde, sich noch in Ausbildung befindet oder wegen einer Erkrankung längere Klinikaufenthalte anstehen, werden die Kinder vorübergehend im Kinderdorf aufgenommen.

6 Kinder starben während des letzten Jahres. Zur Zeit leben 84 Kinder (52 Jungen und 32 Mädchen) im Kinderdorf. 6 davon besuchen die nahe gelegene öffentliche Schule. Derzeit sind 10 Kinder in der Förderklasse.

Das Kinderdorf hat eine Freiwillige aus Holland, die in Förderunterricht spezialisiert ist. Sie unterrichtet die Kinder zweimal wöchentlich. Im Allgemeinen erfreuen sich die Kinder guter Gesundheit. Gute Pflege und Ernährung haben zu Verringerung von Klinikaufenthalten und regelmäßiger medikamentöser Behandlung geführt.

Pfr. Stefan Müller


Physiotherapie Abteilung

Zwischenzeitlich unterstützen die Sponsoren in Deutschland die Errichtung eines Gymnastikraumes, da die Abteilung die Geräte nicht unterbringen könnte, wenn sie gefunden würden. Es wird dann genügend Platz sein, dass die Übungen mit den Kindern ausgeführt werden können. Der Gymnastikraum ist an die Abteilung angegliedert, so dass der Bereich, in dem die Kinder leben von der Physiotherapie Abteilung getrennt ist.

            

 

                                                                       Zum Schluß schreibt Sr. Lucia:

Im Namen des Programms möchte ich den Hadamarer Pfarreien für die Unterstützung des St. Anthony Kinderdorfes danken.

Danken für die Möglichkeit, dass es einen Physiotherapeuten gab und das Programm auf die Bedürfnisse der Kinder eingehen konnte und unser Leben dadurch einfacher wurde. Ihre Großzügigkeit verbesserte deutlich das Leben der Kinder im Kinderdorf.

Gott möge Sie segnen in all dem, was sie jetzt und künftig tun.

Ganz herzlichen Dank.

Sr. Lucia Mucherenje