Der Kreuztag

Der Kreuztag - eine Tür zur Sinndeutung unseres Lebens

  Der jährliche Kreuztag in der Gemeinde ist keine Wiederholung des Karfreitages.

  Der Karfreitag betrachtet das Schicksal Jesu und seine Heilsbedeutung für uns Menschen.

  Der Kreuztag jedoch führt schrittweise zu einer universalen Sicht des Kreuzes und hilft
  dadurch zur Sinndeutung des Lebens, die gerade in der Deutung der eigenen Leid- und
  Todeserfahrung am härtesten erschüttert wird.

  Das Kreuz ist nämlich nicht nur das Opferkreuz Christi von Golgotha. Es ist auch ein
  symbolisches Sichtbarwerden der Worte Jesu: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das
  Leben." 
Diese Dreiheit wird sichtbar im „Osterkreuz“ mit dem Siegeskranz und den
  verklärten fünf Wunden: Das Kreuz als Lebenszeichen, da es Fülle, Einheit und Ganzheit
  umfasst. Damit ist es das Zeichen der Zukunft schlechthin.

  Denn die Zukunft, die Christen verheißen ist, umfasst Fülle, Einheit und Ganzheit – das
  meint der Glaube mit „Vollendung“.

  Unsere Alltagserfahrung ist unbewusst geprägt von dieser universalen Sicht des
Kreuzes:  Blicke kreuzen sich, Wege kreuzen sich, Pläne werden durchkreuzt, eine Stelle, die wir uns merken wollen, kreuzen wir an. Einen Kandidaten auf der Wahlliste kreuzen wir an.
Alte Kirchen haben als Grundriss die Kreuzform.  Straßen kommen ohne Kreuzung nicht aus. In der Musik erhöht das Kreuz den Ton. - Kreuze überall!

Es kann daher kein Versehen sein, kein bloßes Überbleibsel einer absterbenden Vergangenheit, kein Schmuck zur Auflockerung der Landschaft, wenn uns auf Schritt und Tritt das Kreuz begegnet, selbst in unserer Sprache.

Im Kreuz erkennen wir eine Grundordnung, welche der Schöpfer seinem Schöpfungswerk zugrundegelegt hat.

Dieses Denken und diese universale Sicht zu bewahren ist die wichtigste Aufgabe des Kreuztages, weil sie uns zur Sinndeutung des eigenen Lebens verhilft.    B.Py.

Da der Kreuztag der besondere Wallfahrtstag der Gemeinde ist, hat er auch besondere Gottesdienste:
In der Regel (wetterabhängig) beginnt der Wallfahrtstag
am Vorabend
* mit einem Konzert oder einem Vespergottesdienst
am Tag selbst
* mit der Prozession von der Pfarrkirche zur Kreuzkapelle,
* dort festliche Eucharistiefeier
* anschließendem Platzkonzert mit Umtrunk
* Kreuzvesper am Abend zum Abschluss