Die Pfarrkirche

Pfarrkirche in der MorgensonneDie Pfarrkirche St. Peter in Niederzeuzheim gehört zu den ältesten Kirchen des Westerwaldes und wurde wohl im 7. oder 8. Jh. von Trier her gegründet. Der heutige Bau ruht auf mehreren Vorgängerbauten, das heutige Langhaus wurde 1737 begonnen und ist der Grund für das 275-jährige Kirchenjubiläum, das die Gemeinde im Jahr 2012 mit verschiedenen Veranstaltungen und Gottesdiensten feiert. Der romanische Turm, der zu den höchsten des Westerwaldes zählt, ist älter. 1589 wird an ihm schon eine Turmuhr bezeugt. –


Die historischen Baudaten und kunstgeschichtlichen Details der Pfarrkirche sind nachzulesen im 2006 erschienenen Kirchenführer „St. Petrus und Kreuzkapelle Niederzeuzheim“.


Wer von Hadamar oder von Steinbach kommend nach Niederzeuzheim fährt, der sieht die Pfarrkirche – umgeben von den Häusern – mitten im Dorf. Von Frickhofen kommend, sieht man erst, nachdem man die Kreuzkapelle passiert hat, allmählich die Kirchturmspitze aus dem Tal emporragen. Wer von Oberzeuzheim über den alten Totenweg zum Dorf fährt, der hat den wunderbaren Blick auf die Pfarrkirche im Zusammenhang mit der „Niederzeuzheimer Seenplatte“.


Blick auf die Kirche von Hadamar kommend   Pfarrkirche von Frickhofen kommend    Pfarrkirche von Oberzeuzheim kommend


Die Pfarrkirche mitten im Dorf: Das Dorf hat eine Mitte! Alle, die in der Frühe durch Niederzeuzheim zur Arbeit fahren, kommen an der Kirche vorbei. Alle, die zum Friedhof wollen, ihre Kinder in den Kindergarten bringen oder ins Pfarrheim wollen, kommen an der Kirche vorbei: An der Kirche kommt niemand vorbei! Sie leuchtet in ihrer weißen Farbe und beeindruckt in ihrer schlichten und eleganten Bauform.


Wohl dem Dorf, das eine Pfarrkirche hat! Die Niederzeuzheimer wissen das zu schätzen. Mit viel Aufwand und Engagement wird der jährliche Weihetag der Kirche gehalten und mit einer traditionsreichen Kirmes gefeiert. Stolz sind die Niederzeuzheimer auch auf den „Hadamarer Barock“, mit dem der Kirchenraum ausgestattet wurde.


Haupt-und Seitenaltäre im Hadamarer Barock   Engel am Marienaltar   Apostel Paulus am Hochaltar


Aber „Gottes Herrlichkeit ist der Mensch“ (sagte Irenäus von Lyon, der bedeutendste Theologe im 2. Jahrhundert) nicht der Barock, nicht die vielen Kerzen und Blumen, nicht das Anstrahlen der Kirche: Der Mensch!
Er ist es, der es in der Hand hat, die Herrlichkeit Gottes erkennen zu lassen, indem er sich so verhält, wie Gott ihn geschaffen und gewollt hat. Sein Tun soll Gott zur Ehre gereichen. Gott braucht den Menschen nicht für sich. Es geht Gott vielmehr um den Menschen: „Für uns Menschen und zu unserem Heil ist er… gekommen“ bekennen gläubige Christen im Glaubensbekenntnis.


Daher ist es das Beste, was man einer Kirche antun kann, hineinzugehen und sie – als Mittel und bevorzugten Ort der Stille und der Gottesbegegnung - für die eigene Gottesbeziehung in Anspruch zu nehmen! Dann kommt die Kirche zu ihrem Sinn, dann erfüllt sie ihre Aufgabe.


Trotz einer kostbaren Ausstattung bliebe sie dennoch nur ein kunstvoll gestalteter Raum, wenn sich in ihr nicht das geistliche Leben der Gemeinde in Andacht und Gebet, Singen und Schweigen, Loben und Trauern, Gottesdienst und Sakramente, geistliche Musik und Gesänge: Die ganze Lebensspannung von der Taufe bis zum Begräbnis vollziehen würde.
Die Versammlung der Gemeinde zu diesem Tun ist unverzichtbar, wenn der Kirchenraum seinen Sinn bewahren will. Dazu wurde er gebaut. Dazu muss er erhalten werden. Dazu wird er im Dorf noch viele Generationen erinnern. (> siehe auch Fotoalbum „Pfarrkirche“)
B.P.